Andacht zum Monatsspruch Mai

Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!
Sprüche 31, 8

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach einem schier endlosen Winter ist der Frühling endlich da. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie scheinbar tote Zweige innerhalb weniger Tage erblühen und sich Gärten und Landschaften in kleine Paradiese verwandeln. Mutter Erde ist immer noch fruchtbar und ernährt ihre Erdlinge zuverlässig, so wie es unsere Mütter mit uns getan haben. Gott sei Dank dafür!
Unseren Müttern ist in jedem Jahr der zweite Sonntag im Mai als Muttertag gewidmet. Das ist zwar kein kirchlicher Festtag, aber eine gute Gelegenheit, die Mütter in der Gemeinde einmal ausgiebig zu ehren und ihnen für ihre oft unsichtbare Liebe und Mühe zu danken. Wir feiern in diesem Jahr am 12. Mai einen besonderen Muttertags-Gottesdienst, der neben dem Geist auch den Körper nährt. Dazu ist auf den folgenden Seiten noch mehr zu lesen.
Von einer Mutter stammt auch der Monatsspruch für den Monat Mai. Im Buch der Sprichwörter sind einige Lebensweisheiten überliefert, die die Mutter eines nicht näher bekannten Königs Lemuel aus grauer Vorzeit ihren Sohn lehrte. Sie riet ihrem Sprössling für die zu sprechen, die keine Stimme haben, und denen Recht zu schaffen, die keine Lobby haben. Das ist ganz nahe an dem, was Jesus seine Jünger lehrte: „Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener. “ (Mt 20,26). Wohl dem Land, dessen Politiker nach  solchen Grundsätzen regieren!
Wir sind keine Könige, aber Stumme und Schwache haben wir auch in unserer Reichweite. Wie begegnen wir ihnen?
Wer Jesus nachfolgen will, ist aufgerufen, Fürsprecher dieser Menschen zu sein. Und noch mehr: wie Jesus Stummen die Sprache zurückgab und Schwachen den Weg zu innerer Stärke wies, so sandte er seine Gemeinde, es ihm gleichzutun. Die Gemeinde ist darum ein guter Ort, um sprachfähig und stark zu werden. Hier soll es möglich sein zu sagen, wie es wirklich in uns und unter uns aussieht. Hier soll innere Stärke aus dem Bewusstsein wachsen, dass wir Gottes geliebte Söhne und Töchter sind. Wo das möglich ist, da fängt das Leben an zu blühen, da wird ein Stück vom Paradies spürbar.

Einen wonnigen Mai wünscht
Ihr/Euer Pastor Martin Grawert

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